Der Pflug

– eine Yogastellung die dein Körpergewicht reguliert

Es ist klar, dass man Dampf machen kann mit Airobic, Joggen oder einer kalorienarmen Diät um Gewicht zu verlieren, aber genauso gut kann man abnehmen, wenn man still in einer Yogastellung steht. Du brauchst nicht an dein Gewicht zu denken, wenn dein Körper es selbst reguliert.

Entspannung und Wohlbehagen sind nicht die einzigen Wirkungen von Yoga

Yoga unterscheidet sich von gymnastischer Aktivität, indem es nicht allein auf die Muskeln abzielt, sondern auch die feineren Funktionen des Körpers reguliert und stimuliert, wie das Herz, die Gefäße, die Drüsen und das Nervensystem.

Wenn man Yoga praktiziert, werden die inneren Organe massiert und die Durchblutung belebt. Innere autonome Muskelfunktionen, wie die Darmperistaltik, werden entspannt und zu einer ausgewogenen Funktion gebracht. Die Ausscheidung von Abfallstoffen wird beschleunigt und nicht zuletzt werden die Drüsen, welche die Hormone für den Körper produzieren, stimuliert.

Durch diese Harmonisierung der inneren Organe und der Hormondrüsen, gibt man dem Körper die Möglichkeit, seine eigene Balance zu finden, wodurch er unter anderem sein Gewicht selbst regulieren kann.

Die Yogastellung Pflug

Die Yogastellung, die oben zu sehen ist, heißt der Pflug (Halasana). Hier lässt man die gestreckten Beine so weit wie möglich über dem Kopf in Richtung Boden hängen. Du gehst so weit in die Stellung wie du kannst, ohne den Körper zu pressen, und bleibst eine Weile darin stehen.

Zu Anfang wirst du vielleicht spüren, dass der Körper ein wenig Widerstand leistet, aber wenn du dir erlaubst die Spannungen zu erleben, wirst du nach und nach im Pflug zur Ruhe kommen. Je länger man in der Stellung steht, desto mehr entspannen sich die Muskeln.

Es geht hierbei nicht um Anstrengung oder Gelenkigkeitsideale, sondern um einen Prozess der harmonisch Spannungen freisetzt und auf diese Weise den Körper vitalisiert und ins Gleichgewicht bringt.

Eine ausführliche Beschreibung vom Pflug findest du im Buch Yoga, Tantra und Meditation im Alltag von Swami Janakananda: Der Pflug im Zusammenhang mit anderen Übungen und mit der Konzentration auf und dem Anregen von einem Chakra.

Physiologische Wirkungen

Rein physisch wird der Oberkörper umgekehrt, gleichzeitig damit, dass er gewissermaßen zusammen-gebogen wird. So werden die Muskeln, die Drüsen und Organe im vorderen Teil des Körpers durch einen leichten Druck massiert, während der Rücken gestreckt wird. Durch eine solche Anregung steigt die Aktivität der Bauchspeicheldrüse und der Nebennieren. In diesen Drüsen werden die Hormone Insulin, Glukagon und Kortisol produziert, welche eine wesentliche Rolle im Stoffwechsel spielen.

Die Ausscheidung von Insulin ist dazu notwendig, dass die Zellen des Körpers Nahrung in Form von Blutzucker aufnehmen können. Insulin steigert aber auch die Ablagerung von Fett, während andere Hormone wie Kortisol und Glukagon den Abbau von Fett steuern.

In einem Experiment, das 1975 am Institute of Medical Science in Benares durchgeführt wurde, untersuchte Dr. K. N. Udupa den Einfluss des Pfluges auf die Hormondrüsen und den Stoffwechsel:

„Halasana schaffte eine beträchtliche Verminderung des Körpergewichtes, eine Verringerung des Taillenumfanges und eine Verminderung des Blutdruckes… Die biochemischen Veränderungen zeigten eine generelle Tendenz zu einer vorherrschenden Vermehrung von Plasma Kortisol (stoffwechsel-regulierendes Hormon im Blut), sowie Hydroxcorticosteroiden (Stoffwechsel), und 17-Ketosteroider (Aggression und Geschlechtstrieb). Plasma Katecholamine (Blutdruck und Stress) waren reduziert.”

In seinem Bericht kam er zu der Schlussfolgerung, dass der Pflug die hormonale Aktivität der Drüsen stimuliert, und dass diese physiologischen Veränderungen dafür verantwortlich sind, dass der Körper sich selbst in Richtung eines idealen Gewichtes reguliert.

Die physiologischen Auswirkungen des Pfluges sind jedoch nicht auf den Stoffwechsel begrenzt. Er wirkt ebenfalls auf die Ausscheidung von Adrenalin und Katecholamin, die u.a. mit Stress zusammenhängen, sowie mehrerer anderer Hormone, die für einen wohl funktionierenden Körper wichtig sind.

Yoga und Diabetes

Bei Menschen mit Zuckerkrankheit produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin. Da der Pflug (oder Halasana) die Aktivität der Bauchspeicheldrüse steigert, kann diese Yogastellung eine große Hilfe insbesondere für Menschen mit Alters-Diabetes oder Typ 2-Diabetes sein.

An der Skandinavischen Yoga und Meditationsschule, und speziell an unserem Retreatzentrum in Südschweden, wo die intensiven Ferienkurse stattfinden, haben wir einige Erfahrungen mit Diabetes, und in diesem Zusammenhang haben viele Menschen großen Nutzen von Yoga und Meditation gehabt.

Ein 35-jähriger Diabetiker aus Oslo entdeckte zu seiner großen Überraschung, dass er dadurch, dass er jeden Tag einige Minuten im Pflug stand, seinen Blutzucker regulieren konnte. Anfangs musste er darauf achten, nicht zu viel künstliches Insulin zu sich zu nehmen, weil er nun selbst wieder begonnen hatte, Insulin zu produzieren. Nach und nach lernte er aber die Wirkungen des Pfluges so gut kennen, dass er mit dessen Hilfe seinen Blutzucker stabilisieren konnte, so dass er wesentlich weniger oder zeitweise überhaupt kein künstliches Insulin benötigte.

Den meisten Diabetikern reicht eine einzelne Yogastellung jedoch nicht, sondern sie verwenden verschiedene Übungen wie Darmspülung (Shankprakshalana), Programme von Stellungen, Atemübungen, Entspannung und Meditation. Dies ergibt die tiefste und anhaltendeste Wirkung.

Yoga balanciert Dein ganzes Wesen

Die 21_plov2-e1468588878404Funktionen der verschiedenen Teile des Körpers werden vom Zwischenhirn aus über das Rückgrat koordiniert:

„… dieses enge Zusammenspiel zwischen dem Zentralnervensystem und den Hormondrüsen, welches durch den Hypothalumus vermittelt wird, ist die Erklärung dafür, dass Geisteszustände, Stress usw. einen Einfluss auf die Funktion der Gliedmaßen und den Gesamtgesundheitszustand des Körpers ausüben können.” (Lademanns Ärztelexikon 1977).

Wenn man Yoga verwendet, macht man sich dieses Zusammenspiel zwischen Körper und Geist zu nutze. Die Wirkung von beispielsweise einer Yogastellung wird daher nicht nur körperlich erlebt. Durch das Wiederherstellen der Harmonie des Körpers, wirken die Yogaübungen ebenso auf den Geist – ja sie bringen Dein ganzes Wesen in Balance.

In diesem Jahrhundert sind umfangreiche Forschungen über den Einfluss von Yoga auf Körper und Geist betrieben worden. Die Wirkung des Pfluges auf die Hormone und das Körpergewicht ist nur ein Beispiel.

In einer andere Artikel behandeln wir die Yogastellung Schulterstand ( Sarvangasana), auch Kerze genannt. In der Klassischen Übungsreihe von Yogastellungen wird er direkt vor dem Pflug ausgeführt.

Hier kommt man vom Schulterstand direkt in den Pflug, indem man die gestreckten Beine zum Boden senkt, bis die Zehen auf dem Boden ruhen …