Gründlichkeit und geistige Stärke  

In den Schulen in Köln und Hannover werden wir oft gefragt, warum wir als Skandinavier eigentlich in Deutschland unterrichten. Was hat uns hierher gebracht?

Vielleicht weil wir den Ansprüchen gerecht werden, die man in Deutschland stellt und die sich in unserer Yogalehrerausbildung deutlich zeigen: handwerkliche Gründlichkeit, verbunden mit dauerhafter geistiger Stärke. Das Yogalehrertraining ist gründlich und intensiv; wir wissen dass man mehr als eine kurze, theoretische Lehrerausbildung braucht, um eine persönliche Bewusstseinsentwicklung zu vermitteln.

Erst nach einem mehrjährigen persönlichen Training kann man sicher sein, dass ein Lehrer eine solide Kenntnis von seinem Inneren besitzt und es ebenso versteht, anderen Menschen auf fruchtbare Weise die Wirkungen von Yoga und Meditation zu vermitteln.

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"Deutsche Geschichte"

Lehrer der Skandinavischen Yoga und Meditationsschule haben Kurse in Deutschland seit über 17 Jahren gehalten. Es begann 1976 in Hamburg mit den ersten Wochenendseminaren unter der Leitung von Swami Janakananda. Ab 1979 hielten Swami Janakananda und Hari Prem auf Einladung von Dr. Thomas Schmidt eine Reihe von regelmäßigen 5-Tageskursen in Köln. Es gab ein reges Interesse an dieser direkten und konsequenten Art zu unterrichten, insbesondere dem Meditationsunterricht, und es folgten Wochenendkurse (u a an der Universitätsklinik und an der Sporthochschule) und 10-tägige Kurse auf dem Lande. Viele Kursteilnehmer wurden auch inspiriert, an den tiefgehenderen Ferienkursen in Südschweden teilzunehmen. Kurz gesagt: die Nachfrage wuchs und es war nur eine Frage der Zeit, dass Jörgen Hastrup 1988 die Türen der Skandinavische Yoga- und Meditationsschule in Hannover öffnete; diese ist heute zu einer zentral gelegenen Schule mit 4 Vollzeitlehrern gewachsen. Hari Prem, die schon früher regelmäßig in Köln unterrichtete, hatte hier 1993 die Möglichkeit, ihre eigene Schule in der Wallstraße zu gründen.

Haltung

Die Haltung die hinter Bindu liegt, und worauf der Unterricht und die Yogalehrerausbildung der Schule sich stützen, basiert auf vier grundlegenden Wirklichkeitsproben der Yogatradition, die miteinander übereinstimmen sollten: Zum ersten auf der persönlichen Erfahrung mit Yogaübungen und Meditation, zum zweiten auf den überlieferten und über Jahrtausende erprobten Anweisungen der klassischen Yogaliteratur, zum dritten auf Untersuchungen von wissenschaftlicher Forschung, und vor allem auf der Tradition der lebenden Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler.

Yoga und Forschung

An der Skandinavischen Yoga und Meditationsschule hat es immer ein offenes Interesse an der wissenschaftlichen Seite von Yoga und Meditation gegeben. In Zusammenarbeit mit Dr. med. Thomas Schmidt, wurden an der Universitätsklinik in Köln ab 1983 umfangreiche Untersuchungen über die therapeutische Wirkung von Yogastellungen, Atemübungen, Meditation und Tiefenentspannung durchgeführt. Hier einige der Resultate, die Dr. Schmidt in Zahlen und Statistiken festhalten konnte:

  • Blutdruckveränderungen durch bestimmte Atemübungen
  • vermindertes Risiko für Herzkreislauferkrankungen durch verbesserte Blutfettwerte
  • größere Entspannungsfähigkeit durch Meditation (s. den Artikel Quelle der Energie in Bindu Nr 2).

Dr. Schmidt leitete u.a. eines von zwei Forschungsteams, die von 1987-1992 den jährlichen 3-Monatskurs in Südschweden begleiteten, und zur Zeit arbeitet er an der Medizinischen Hochschule in Hannover an einer Untersuchung über den Einfluss der Nasenspülung auf den allgemeinen Gesundheitszustand. Von seinem dänischen Kollegen, dem Neuropsychologen Erik Hoffmann, der das andere Team leitete, bringen wir in dieser Nummer einen Artikel.

Die Haltung

Heutzutage benutzen die Menschen Yoga aus den verschiedensten Gründen. Viele haben entdeckt, dass Yogastellungen bei Rückenproblemen helfen können. Andere haben erfahren, wie Yoga bei Allergien, Stress oder Schlaflosigkeit Abhilfe schafft. Wieder andere kommen nicht wegen Problemen, sondern üben Yoga, weil sie gespürt haben, dass ihr Konzentrationsvermögen deutlich verbessert wird. Es geht jedoch nicht allein darum, sich heilen zu können oder besser zu funktionieren - Yoga, und vor allem Meditation, kann Dir weitaus mehr bringen: Vor allem geistige Stärke, Selbsterkenntnis und die Fähigkeit, das Leben mit Klarheit und Offenheit zu empfangen.

Die Haltung von Yoga und Meditation aus der tantrischen Tradition sieht den Menschen als grundlegend gesund. Wer auf einen Kurs kommt, wird als ein einzigartiges Individuum mit seinem eigenen Hintergrund, und seiner Weltanschauung betrachtet - und nicht etwa als irgendein Patient oder jemand, den es von diesem oder jenem zu überzeugen gilt. Und selbst wenn man durch Yoga sehr wohl verschiedene Krankheiten heilen kann, so ist die eigentliche Perspektive weiter: Näher an den Wesenskern des Lebens zu kommen - Yoga ist also mehr als eine esoterische Kranken- oder Schönheitsgymnastik.


Das Bild ist aus "Mithila", einer Gegend in Bihar in Indien, wo insbesondere die Frauen die Hauswände dekorieren. Solche Bilder sind jedoch kein oberflächlicher Schmuck, sondern entspringen der starken primitiven Quelle der Volkskunst, wo auch, in alter Zeit, die tantrischen Yantras ihren Ursprung haben. Insgesamt wird diese Kunst Madhubani genannt, nach einer Stadt in der Gegend. Das letzte Bild im Artikel "Kriya Yoga – Zur Tiefe Deiner Natur" heißt Shri Vijaya Pujan Yantram (die siegreiche Kraft wecken); In dieser Leiter siehst du Shri Bhaum Pujan Yantram (für die Fruchtbarkeit in der Volkskunst oder spirituelle Kraft in Tantra); und das dritte Yantra siehst du auch in "Kriya Yoga – Zur Tiefe Deiner Natur" Shri Ganapateshavari Yantram (Ganesha Yantra). Die Bilder gehört Swami Janakananda.