Kriya Yoga – Eine Brücke zwischen der inneren und der äußeren Welt


„In diesem Zusammenhang fordert jedoch die Grenzscheide zwischen Subjekt und Objekt besondere Aufmerksamkeit. Jede eindeutige Mitteilung über unseren Sinneszustand führt natürlich ein Unterscheiden mit sich zwischen dem Inhalt unseres Bewusstseins und dem Hintergrund, den wir lose als uns selbst bezeichnen.”  (Niels Bohr, Atomphysiker)

Bewusstsein und Energie – Der Erlebende und das Erlebte

Kann man sich über die Begrenzungen des Geistes hinwegsetzen und zu einer Einsicht gelangen, die nicht auf etwas Angelerntem beruht oder auf etwas, das ich mir im Voraus vorstelle, sondern aus einem grundlegenden und direkten Erleben von Bewusstsein und Energie wächst?

Eine der geheimsten und avanciertesten Methoden zu solch einer Transformation wird Kriya Yoga genannt. Ich will es vorläufig als eine Reihe von tiefgehenden Methoden beschreiben, die das Bewusstsein wecken und erweitern und die vitale und psychische Energie stärken. Methoden, die ein harmonisches Gleichgewicht schaffen zwischen dem, was du erlebst und dir, der es – in all den verschiedenen Dimensionen deines Wesens – erlebt.

Kriya bedeutet Prozess und ist ein Begriff der Vieles im Yoga umfasst. Das Wort wird für die Reinigungsprozesse Hatha Yoga Kriya gebraucht, sowie für eine Haltung und Disziplin im Raja Yoga. Sogar Ajapa Japa wird manchmal als Kriya Yoga bezeichnet, siehe Quelle der Energie – Eine Meditation aus dem tantrischen Kriya Yoga. Dies aber darf nicht mit dem avancierten tantrischen Kriya Yoga oder Kriya Kundalini Yoga verwechselt werden.

Aber ich will zunächst wie die Katze um den heißen Brei herum gehen und eine ‚Geschichte’ von den Spuren dieses Yogas in der Vergangenheit der Erde berichten:

 Die Schlange und der Adler

Im alten Ägypten gibt es zwei Symbole, das eine ist die Schlange und das andere der Adler. In der Kultur der amerikanischen Indianer finden wir sie auch: den Adler und die Schlange, aber hier können sie miteinander verbunden sein, sodass die Schlange vom Adler gehalten wird (Abb. 2), oder dass sie zu einem Wesen verschmolzen sind: der gefiederten Schlange Quetzalcoatl.

Diese Symbole können jedoch, je nach örtlichen Verhältnissen, verschieden sein: der ‚Adler’ kann auch ein Falke sein, ein Geier oder ein Condor. Die Schlange ist nicht immer eine Kobra, sondern stattdessen z. B. eine Klapperschlange.

Die vieltausendjährige Herrschaft der ägyptischen Pharaonen baute ohne Zweifel auf einer grundlegenden Kenntnis von psychischer Energie und einem erweiterten Bewusstsein auf, also von Prana und Kundalini und den damit verbundenen psychischen Fähigkeiten.

In Mexiko, in der Maya-, Olmek- und Zapotekkultur; im alten Indien, in den Städtekulturen des Industales, Harappa und MohenjoDaro; bei den Druiden, in der alten keltischen Kultur, die sich von Süddeutschland durch Frankreich über Großbritannien bis nach Irland erstreckte, gab es zu dieser Zeit Herrscher, die großes praktisches und weltliches Wissen sowie spirituelle und psychische Kraft besaßen, gepaart mit einer tiefen Weisheit, die ihrem Land zu Gute kamen. Die Archäologen nennen sie heutzutage etwas irreführend Priesterkönige. Hier geht es um Kulturen, die einen hohen technischen, materiellen und spirituellen Stand, und auch Kenntnis von Yoga hatten.

Die Schlange und der Adler werden in mehreren Kulturen abgebildet, als eine Einheit oder Harmonie zwischen Energie und Bewusstsein, zwischen den Erlebnissen und dem, der erlebt – hier in einer präkolumbianischen Skulptur aus San Augustin im südlichen Kolumbien.

Wie die alten Ägypter ihre Macht von Generation zu Generation gebrauchten, will ich ungesagt lassen. Will man positiv sein, so waren sie erleuchtete Regenten für ihr Volk, das eine reiche, lang andauernde Kultur erlebte; eine Kultur die wesentlich älter und beständiger war als irgend etwas anderes, das wir heutzutage kennen. Und erst nach vielen tausend Jahren, als der ursprünglichen Elite die Macht aus den Händen glitt und die Griechen mit Cleopatra als der bekanntesten Regentin, die Herrschaft übernahmen, war die große Zeit Ägyptens zu Ende.

 Geheime Einweihungen

Die Pharaonen waren Teil einer Elitekultur von sogenannten Eingeweihten. Diese Eingeweihten besaßen ein Wissen von der Kraft und den Möglichkeiten des Menschen, und sie wünschten nicht, dass dieses Wissen jedem beliebigen bekannt würde, u. a. damit es nicht verwässert werden und verloren ginge. Deshalb wurde das Können dieser Eingeweihten und die Mittel, durch die sie ihre Fähigkeiten und ihr Bewusstsein erlangten, auf das Strengste geheim gehalten. Nur wenigen, die sich als würdig erwiesen, wurde dieses Wissen zuteil und wer es enthüllte, ohne die geforderten Bedingungen zu erfüllen, wurde oft aufgespürt und mit dem Tode bestraft.

Man sagt, dass Moses ein Beispiel sei für einen Eingeweihten, der besondere Fähigkeiten besaß. Ihm gelang es, vom inneren Kreis auszubrechen und die Juden aus Ägypten herauszuführen.

Bei den Druiden in der keltischen Kultur war es verboten, etwas über die geheimen Meditationen niederzuschreiben, sie durften nur unter Schweigen gelehrt und direkt von dem Eingeweihten an den Aspiranten weitergegeben werden.

Dasselbe galt zu einem gewissen Grade für Indien, doch ist mir nicht bekannt, ob dort jemand getötet wurde, wahrscheinlich wurde er aber von weiteren Einweihungen ausgeschlossen. In Tibet zeigt uns Milarepas Leben, dass er ein langes und mühevolles Training von über 20 Jahren durchlaufen musste, bevor ihm die geheimen Meditationen, die er in der Einsamkeit der Berge anwenden sollte, zuteil wurden. Wie weit die Geschichte dieses Wissens zurückgeht, verliert sich in der Vorzeit. Symbole und die bildlichen Darstellungen von Meditierenden, sowohl in Amerika, als auch bei den Kelten und in Asien, deuten auf eine Praxis hin, die auch in prähistorischer Zeit bekannt war und angewendet wurde.

Nicht nur die verschiedenen Yoga-Skulpturen aus Mittel- und Südamerika und der Kelten, oder das Wissen über die Chakras, das die Hopi Indianer heute noch besitzen, zeugen davon. Wenn ich z. B. die Skulpturen und Malereien der Mayas untersuche, kann ich, mit meinem persönlichen Wissen über die tiefen Meditationen der Tantra-Tradition, feststellen, dass sie Zustände und eine Praxis kannten, die eng mit dem tantrischen Kriya Yoga verwandt sind. Die Häuptlinge wussten, wie man die Kraft weckte und nutzte, und bekamen so die nötige Energie um das, was sie zu tun hatten, auf harmonische Weise durchführen zu können.

Der Unterschied zwischen der Vergangenheit und der heutigen Zeit macht sich in unserer Gesellschaft auf viele Arten bemerkbar. Heutzutage gibt es in vielen Ländern eine große persönliche Freiheit, eine Freiheit, politisch Stellung beziehen und eine Demokratie aufrecht erhalten zu können; und daraus folgend eine Freiheit, seine eigene Lebenshaltung suchen zu können und eine Freiheit, an dem Wissen Teil zu haben, das früher nur den wenigen vorbehalten war. Natürlich sollen nicht alle Menschen unbedingt Yoga und Meditation anwenden, aber für diejenigen, die es wollen und dazu bereit sind, stehen die Türen heutzutage weiter offen als früher in unserer Geschichte.

 Äußeres und inneres Wissen

Viele Symbole, die eine äußere, volkstümliche Bedeutung haben, sind gleichzeitig Teil einer eingeweihten Sprache, die über Jahrtausende gelesen und verstanden werden konnte. Nach außen hin, exoterisch, sagt man z. B., dass der obere und der untere Nil, das obere und das untere Ägypten, jedes für sich durch zwei verschiedene Kronen symbolisiert werden.

Auf vielen Porträts von einflussreichen Personen in Ägypten sieht man eine Schlange auf dem Kopf des Betreffenden, und die Schlange hält ihren Kopf so, dass sie vom Augenbrauenzentrum nach vorne sieht (ein Kontaktbereich für Ajna Chakra, das psychische Zentrum mitten im Kopf, oft das dritte Auge genannt, siehe weiter unten)

Wenn die beiden Kronen Ägyptens miteinander zu einer sogenannten Doppelkrone vereint werden, sitzen nun Adler und Schlange Seite an Seite. Auch auf der Stirn von TutAnchAmon’s Goldmaske sind diese beiden Symbole zu sehen.

Dass die beiden Tiere eine esoterische Bedeutung haben, sieht man in einem der wichtigsten Symbole dieser Zeit, dem Udjat Auge. Hier sind der Adler und die Schlange jeweils auf einer Seite dieses mystischen Auges angebracht. Der Eingeweihte schaut hier hinter die äußere Bedeutung als ein beschützendes Amulett und sieht die Symbole für Bewusstsein und Energie vereint in einem Menschen, der sein volles Potential entwickelt hat.

Die Sprache der Eingeweihten

Nicht nur Symbole sondern auch die Sprache wurde benutzt, um das Verborgene demjenigen zu vermitteln, der dazu bereit war und es verstehen konnte. Eine solche geheime Sprache kennen wir aus der tantrischen Tradition in Indien, auf Sanskrit heißt sie Sandhabhasa. In den isländischen Schriften der Wikinger, d. h. zur Zeit der Lehre der Asen und früher noch der Vanen im alten Norden, wurde dies Launmàl genannt. In den alten magischen Büchern Islands wurden Runenformen, genannt Villurúnir (Irr-Runen), verwendet. Dies waren verschlüsselte Runen, die dazu gedacht waren, ihre wahre Bedeutung zu verbergen.
Auch die Mayas benutzten eine kryptische Sprache. Dies gibt es überall auf der Welt, wo esoterisches Wissen hinter der doppelten Bedeutung der Worte und hinter Symbolen verborgen ist. In Europa gibt es bestimmte Volksmärchen, die einerseits spannende Abenteuer sind, aber andererseits Symbole enthalten, die eine ganz andere Geschichte dahinter zeigen.

Eine verbreitete Weise, dieses Wissen in wenigen Händen zu behalten, war es, Schreckgeschichten darüber zu verbreiten. Dazu sind Schlangen, die „Kundalini-Schlange“, Drachen und dergleichen sehr geeignet. Aber gleichzeitig haben sie auch die tiefere psychologische Bedeutung, dass man sich mit ihnen konfrontieren kann und seine eigene Angst und seinen Aberglauben überwinden und dadurch sich selbst und anderen weniger Leid zufügen kann.

Kurz gefasst stehen die Schlange, das Dreieck auf der Spitze, oder Shakti (was eine Göttin wie auch der Name für die Lebensenergie sein kann) für all das, was erlebt wird. Alle Erlebnisse, alle Dinge, alle Wesen, alles was ich durch meine Sinne und meinen Geist auffasse, besteht aus Energie. Der Adler hingegen, das Dreieck mit der Spitze nach oben oder Siva (ein Gott, oder das Symbol für Bewusstsein) stehen für denjenigen, der erlebt: ich, als Bewusstsein oder Existenz also nicht als Persönlichkeit, Stellung, Geschlecht oder Name, sondern als der es Erlebende. In Der Mensch und seine Symbole zeigt Jung eine Münze aus dem Mittelalter. Auf der einen Seite ist eine Darstellung von Christus als Mensch am Kreuz, auf der anderen die gnostische oder esoterische Bedeutung, als Schlange am Kreuz.

Zwei verschiedene Energieformen bei den zwei Maya-iIndianern – Kennst du die Namen der zwei Kriyas die sie darstellen? Fresko aus Chichén Itzá, Halbinsel Yukatan, Mexiko. [Von uns koloriert].

 

Die unbewusste Ausstrahlung eines Menschen bestimmt sein Schicksal*

Das Ziel von Meditation und Kriya Yoga ist nicht Trance oder Euphorie, sondern Energie, Klarheit und volles Bewusstsein. Man könnte auch sagen Stärke, Empfindsamkeit und Rücksichtnahme, so dass meine Handlungen nicht den Schaden anrichten, den Unwissenheit und das Zufällige, Unbewusste oder Unaufmerksame verursachen. Das schließt jedoch andere Formen der Entfaltung wie Tanz oder Musik nicht aus, im Gegenteil. Man kommt aus der Meditation mit geschärften Sinnen und einem lebendigen Körper.

Es gibt viele Aspekte der psychischen Zentren oder Sinne, den in der Yogatradition sogenannten Chakras. Hier soll nur ein kurzer Verlauf vom Zusammenspiel von Energie und Bewusstsein skizziert werden, eine Andeutung. Ansonsten weise ich auf mein Buch Yoga, Tantra und Meditation im Alltag

Das Zusammenspiel von Energie und Bewusstsein in den psychischen Zentren

Bei Muladhara Chakra wird die Energie geweckt, die Schlange, um dann durch die Wirbelsäule empor zu steigen und sich in Sahasrara Chakra, oben auf dem Kopf, mit dem Bewusstsein zu vereinen, dem Adler.

Die Schlange ist die zusätzliche Energie, die wir im Befreiungsprozess benötigen, um alle Trägheit, Gewohnheiten und Bindungen an Gedanken, Gefühle und Handlungen zu überwinden. Deshalb ist das psychische Symbol von Muladhara ein auf der Spitze stehendes rotes Dreieck und darin ein Ei, um das sich eine Schlange dreieinhalb Mal windet.

Von Muladhara kann man sagen, dass es eins der wichtigsten Chakras ist, das Chakra, aus dem die zusätzliche Energie geholt wird, wenn Körper und Geist schrittweise dazu bereit geworden sind, sie zu empfangen, denn ohne Energie kein Erwecken.

Im Verhältnis zwischen Bewusstsein und Energie können wir in Yoga und Meditation, und insbesondere im Kriya Yoga, auf längere Sicht von einem wirklichen Wecken der Chakras sprechen und auf kurze Sicht von einer spürbaren Verbesserung der Handlungskraft und Klarheit. Heute gibt es gewisse kommerzielle Interessen, die – zuerst in den USA und später in Europa – die Idee der Chakras aus ihrem Zusammenhang herausgenommen haben, ohne den notwendigen Hintergrund und die erforderlichen Vorbereitungen. Was sie zusammengebraut haben, basiert oft auf Hypnose, in der man Regenbogenfarben und eine groteske Einteilung der Chakras in eine moralisierende und wertbeladene Skala benutzt.

Welch eine Schande, den Leuten einzureden, dies sei alles, und dass diese mehr oder weniger eingebildeten Erlebnisse sich überhaupt messen könnten mit einem wirklichen Wecken von Energie und Bewusstsein!

Unter Hypnose wird das Bewusstsein auf meine Vorstellungen oder die des Hypnotiseurs begrenzt, und die Wirkung ist oft von kurzer Dauer. Durch Meditation hingegen erreiche ich eine neue und größere Wachheit, eine Einsicht in Möglichkeiten, die ich mir im Voraus nicht habe vorstellen können; nicht nur weltferne oder besondere Erfahrungen, sondern vor allem eine grundlegende Aktivierung und Änderung des Alltags.

Wenn Swadisthana Chakra durch größere Aufmerksamkeit und ein erhöhtes Energieniveau geweckt wird, werden Selbstvergessenheit sowie unbewusste Zustände und Handlungen überwunden und eine Entwicklung der persönlichen Kreativität ermöglicht.

Bei Manipura Chakra manifestiert sich die Energie im Verhältnis zum Willen und der Durchschlagskraft der Handlungen. Nach und nach, wenn die Chakras geweckt werden, wird das Bewusstsein in ihnen erweckt. Man kann sagen, man öffnet seine psychischen Sinne. Durch sie werden Signale aus verschiedenen, gewöhnlich unbewussten Bereichen aufgefasst, sowohl Signale, die von der Umgebung kommen, als auch Signale, die man selbst aussendet. Auf diese Weise weiß man oft im Voraus, was geschieht, und die Intuition im Ganzen wird gestärkt. Bei Manipura kann man auch eine Fähigkeit entwickeln, wahrzunehmen, wenn Gefahr droht, bevor es anderen bewusst wird, oder ob ein Missverständnis entstanden ist, das Angst oder Ärger weckt, und in welchen Situationen man Vorsicht walten lassen sollte. Man kann auch Warnsignale aussenden, die wirken, egal ob sie bewusst oder unbewusst aufgefasst werden.

Bei Anahata Chakra entsteht Harmonie, das erste und grundlegende Ergebnis von wirklichem Yoga – Harmonie zwischen dem Erlebenden und dem Erlebten, symbolisiert durch ein Yantra mit zwei Dreiecken, die einen sechszackigen Stern bilden. Man ist eins mit sich selbst, als derjenige der erlebt und unterliegt nicht länger einem Einfluss oder Erlebnis, man reagiert auch nicht dagegen. Alles wird selbständig erlebt, ohne mitreißende Furcht oder Faszination. Dies ist eine Erfahrung, die in der Meditation gemacht wird, eine Fähigkeit, die entwickelt wird und die Anahata öffnet, eine Fähigkeit, die tieferen Zustände anderer zu spüren und Rücksicht darauf zu nehmen und eine neue Einsicht in einen selbst.

Gefühlszustände, die von anderen nicht gezeigt werden, werden direkt wahrgenommen, wie sie eigentlich sind. Aber hier geht es auch um Empfindsamkeit, die einem Menschen erlaubt, sich früherer Erfahrungen bewusst zu werden und Gefühle zu durchleben, die im Entwicklungsprozess des Lebens wieder auftauchen mögen.

Die Energie, die in gefühlsmäßigen Hemmungen gebunden war, kann umgewandelt werden zu freier Energie, die Entwicklung und Wachstum fördert. Hierbei geht es jedoch nicht um ein selbstbezogenes und nach innen gekehrtes Suchen nach alten Traumata oder ein aufgewühltes Hervorrufen von Gefühlen. Man schafft nicht, wie in vielen Therapien, künstliche Krisen unter denen man dann leiden muss, mit der Gefahr in seinem Wachstum an Boden zu verlieren.

Bei Vishuddhi Chakra findet eine grundlegende Reinigung statt, physisch und psychisch. Mit bestimmten Kriyas im Kriya Yoga kann man den körperlichen Abbauprozess hemmen und eine größere Vitalität aufrechterhalten, man kann von einer Transformation sprechen. Auf der mentalen Ebene wird eine Kreativität erreicht, die darauf beruht, erleben zu können, ohne von persönlichen Vorstellungen blockiert zu werden.

So wie wir im Leben gleichermaßen mit Stimme, Armen und Beinen handeln und mit unseren Sinnen wahrnehmen können, als Folge eines Zusammenspieles zwischen unserer Persönlichkeit und unserem physischen Körper, gibt es ein entsprechendes Zusammenspiel zwischen Bewusstsein und Energie. Wenn die Chakras geweckt werden, entdecken wir dieses Zusammenspiel, das alle Dimensionen unseres Wesens in harmonischer und bewusster Kommunikation miteinander verbindet. Auf diese Weise werden verschiedene Fähigkeiten bei den verschiedenen Chakras entwickelt, bei Vishuddhi z. B. eine Fähigkeit in bestimmten Situationen sich selbst und andere vor Gefahren schützen zu können. Diese Fähigkeiten entstehen, wenn man aufmerksam ist und die Energie dem Bewusstsein folgt.

Ajna Chakra ist wie Muladhara ein wichtiges Chakra. Von hier aus wird die Energie gesteuert und ein harmonisches Gleichgewicht in den verschiedenen Chakras, während ihrer Entfaltung, bewahrt. In Ajna Chakra haben wir somit ein übergeordnetes Kontrollzentrum, aber auch ein Chakra, das Wegleitung von Anderen, die selbst durch diese Entwicklung gereift sind, empfangen kann.

Bei Sahasrara Chakra entsteht Einheit zwischen Bewusstsein und Energie, Quetzalcoàlt, sowie Freiheit von begrenzenden Zuständen und Gedanken, Einheit mit deiner wirklichen Identität, intensives Glück, Ananda.


* Poul Martin Møller, Schriftsteller und Lehrer des Philosophen Søren Kierkegaard.

Dies ist der erste Artikel über Kriya Yoga, der zweite heißt Kriya Yoga – Zur Tiefe deiner Natur.