Meditative Tiefenentspannung

Yoga Nidra und Bewusstsein …


Yoga ist wohl am besten dafür bekannt, eine angenehme Entspannung zu erzeugen, sowohl physisch als auch mental, aber du bekommst noch mehr. Entspannung ist nur der erste Schritt.

Es ist leicht, Yoga Nidra zu praktizieren. Man liegt ganz still auf dem Rücken und hört den Anleitungen zu. Die Technik wird von Menschen angewendet, die eine effektive Entspannung benötigen. Viele benutzen die CD Erlebe Yoga Nidra, ohne sonst Yoga oder Meditation zu kennen.

Es kommt vor, dass eine Person bekümmert zu uns kommt und sagt:

„Ich habe jene Entspannung ausprobiert und sie wirkt nicht auf mich. Ich kann mich nicht entspannen.“

Es zeigt sich immer, dass der Betreffende eine Entspannung verwendet hat, in der man versuchen soll, sich vorzustellen, dass man sich entspannt. Anstatt Nutzen von der Entspannung zu haben, wurde die betreffende Person verärgert und besorgt, weil sie sich zu sehr angestrengt hatte.

In Yoga Nidra wird man kein einziges Mal darum gebeten, sich zu entspannen – und meine Erfahrung ist, dass auch diejenigen, die Probleme damit gehabt haben sich zu entspannen, Nutzen aus Yoga Nidra ziehen.

Yoga Nidra ist bei Schulklassen ebenso beliebt wie bei Rentnern und es wird an vielen Arbeitsplätzen hoch geschätzt. Für Anfänger ist es eine einfache Möglichkeit, den meditativen Zustand zu erleben.

Vor einigen Jahren unterrichtete ich in einer Jugendschule. Die Lehrer waren sehr überrascht, als sie sahen, wie die Jungen zwanzig Minuten völlig still, mit geschlossenen Augen auf dem Rücken lagen.

Du kannst Yoga Nidra jederzeit anwenden, wenn du dazu Lust hast, um eine größere Konzentration, Ruhe, neue Energie zu erreichen – und wenn du nachts schlecht schläfst, kann es deinen Schlaf verbessern.

Höre die Anleitungen an, ohne dich anzustrengen und den Willen zu gebrauchen. Folge nur der Technik mit Interesse und Teilnahme, dann geschieht der Rest von allein.

Am Anfang, wenn du Yoga Nidra anwendest, kann es passieren, dass du einschläfst – und es ist in Ordnung – obgleich das Ziel ist, wach und bewusst zu sein. Wenn du einen Augenblick keine Anleitung hörst, erlebst du es vielleicht als würdest du im tiefen Schlaf sein – aber du weißt, dass du es erlebst. In der Regel ist es ein Übergangsphänomen, ganz und gar in den Schlaf zu fallen. Allmählich wirst du mehr und mehr gegenwärtig in diesem tiefen Zustand.

Wenn du Yoga Nidra ausübst, ist es das beste, mit dem Kopf nach Norden zu liegen. Die Kleidung darf nicht zu eng sein. Liege auf einer flachen, aber nicht allzu weichen Unterlage, gern auf dem Boden auf einer Decke oder ähnlichem, mit einer dünnen Decke bedeckt. Wenn du dazu neigst einzuschlafen, halte Hände und Füße unbedeckt, liege evtl. ganz ohne Decke. Falls du immer noch einschläfst, so halte die Unterarme senkrecht, während sie auf den Ellbogen ruhen. Jedes Mal, sobald du einzuschlafen beginnst, kippen die Arme um und du wachst auf.

Der Kern von Yoga Nidra, wie aller anderen Meditationen, ist Bewusstheit – das in sich selbst ruhende Bewusstsein. Während Yoga Nidra können verschiedene Gedanken, Träume und Zustände auftauchen. Es können Eindrücke von Erlebnissen und Gefühlen von heute oder der Vergangenheit sein. Alles erlebt man, ohne an etwas hängen zubleiben – und ohne zu beurteilen (du erlebst ja auch, dass du etwas beurteilst). Du lässt alles kommen und gehen, ohne etwas beherrschen zu wollen und erreichst nicht nur eine Entspannung, sondern auch dass sich der Geist selbst entleert und sich frei macht von allem, was er nicht braucht. Du lässt Gedanken, Gefühle, usw. vorbei strömen und in der Entfernung verschwinden, wie Wolken am Himmel, dann gibt es wieder Raum für Inspiration.

Wenn du für einen Augenblick vergisst, der Anleitung zu folgen, versuche nicht dich zu erinnern, was an der Stelle in Yoga Nidra geschah, sondern bleibe im Jetzt. Wenn man von einem Gedanken ganz erfüllt wird, wird er leicht zu einem Traum, der einen mit sich in den Schlaf nimmt. Es ist natürlich, dass dies geschieht, weil du dich in einem tiefen Zustand befindest. Sobald du es entdeckst, kehre zur Anleitung zurück. Auf diese Weise gewöhnst du dich daran, bewusst in einem tiefen Zustand zu bleiben.

Yoga Nidra lehrt dich, während der verschiedenen Zustände, zu denen du angeleitet wirst, z.B. Schwere und Leichtigkeit, bewusst zu sein. Du lernst, den verschiedenen Gefühlen und Zuständen nachzugeben. Dein Geist wird auf diese Weise trainiert und geschmeidiger – und du gelangst zu einem Zustand tiefer Ruhe.

Es ist wichtig, in der Klasse von einem erfahrenen Lehrer oder ansonsten von einer CD angeleitet zu werden, besonders für das lange Yoga Nidra, weil es möglichst jedes Mal gleich sein sollte. So fühlt sich das Unterbewusstsein sicher und entspannt sich besser. Wenn du dich an das kurze Yoga Nidra gewöhnt hast, kannst du probieren, dir selbst die Anleitungen mental zu geben, bevor du zu der langen Fassung übergehst.

Der Name Yoga Nidra steht eigentlich für eine Bewusstseinsstufe, die Technik führt dich dahin. Sowohl Körper als auch Geist kommen in den tiefen meditativen Zustand. Du erreichst eine Erfahrung, die in anderen Zusammenhängen gebraucht werden kann, u.a. kann sie deine Meditation verbessern.

Von großer Wichtigkeit in allen Formen der Meditation und Entspannung ist, dass sie regelmäßig durchgeführt wird, gern täglich. Jedes Mal wird es leichter, Klarheit und Ruhe zu finden – was deine körperliche Gesundheit und deine Anwesenheit, in allem was du machst, unterstützt.