Yoga

– und etwas ganz Grundlegendes bei der Verwendung einer Asana: Yoga-Stellung

von Gunnar Petersen und Franz Jervidalo, bearbeitet 2017


Yoga handelt von der Kunst des Lebens. In sich selbst ruhen zu können und Gleichgewicht im Leben zu haben: Gleichgewicht zwischen Aktivität und Ruhe, zwischen Spannung und Entspannung, zwischen dem Inneren und dem Äußeren.

Yoga handelt auch davon, fähig zu sein, zu diesem Gleichgewicht zurückkehren zu können, sollte es vorübergehend verschwinden oder für eine Zeit ganz vergessen werden. Dazu gebrauchen wir u.a. die Asanas, die Stellungen des Yoga.

Hier skizzieren wir einen wesentlichen Grundzug der Verwendung der Stellungen des Yoga. In anderen Artikeln gehen wir in die Details der einzelnen Stellungen und Programme.

Oft wird Yoga als eine Art Gymnastik aufgefasst. Aber im Gegensatz zu Gymnastik, wo die Bewegungen vorrangig sind und nicht immer besonders bewusst durchgeführt werden, werden die Yoga-Stellungen unter großer Ruhe und mit vollem Bewusstsein ausgeführt. Sie werden nicht Übungen, sondern Stellungen genannt, worin man sich meistens ohne sich zu bewegen befindet. Sie beruhen auf einem fundamentalen Wissen, wie der Körper funktioniert – an sich und in der Beziehung mit dem Geist und der psychischen Energie.

Asana bedeutet eine korrekt ausgeführte, stabile und komfortable Stellung, entwickelt, erprobt und von Generation zu Generation weitergegeben. Die Asanas beeinflussen den Körper auf verschiedene Weise, je nachdem, in welcher Stellung du bist: Muskeln, Organe, Blutkreislauf, Nervensystem, Drüsen und den Atem – siehe zum Beispiel die Artikel über Kopfstand und Schulterstand.

Hier werden wir uns auf die Tatsache beschränken, dass während wir einen Muskel in einer Yogastellung ruhig und still gedehnt halten, die Spannungen mehr und mehr nachlassen, je länger wir die Dehnung halten – der Muskel entspannt sich. Dies kann durch Messen der Muskelspannung bei einer Person, die in einer Stellung ist, ermittelt werden. Deshalb steht oder sitzt man in jedem Asana für mehrere Minuten völlig still, und mit einer Kombination verschiedener Stellungen berührt man buchstäblich alle Muskeln im Körper.

Du brauchst den Körper nicht in die Stellung zu zwingen oder dich bei der Ausführung zu überanstrengen. Deine Beziehung zur Stellung entwickelt sich allmählich, indem du so weit in sie gehst, wie es der Körper erlaubt und indem du dort für eine Weile bleibst. Nach und nach sinkt die Spannung und es wird möglich, weiter in die Stellung zu gelangen. Auf diese Weise können alle Yoga-Stellungen, mit einiger Übung, ausgeführt werden. Man kann sagen, dass man lernt, jede Anstrengung loszulassen, wenn man sitzt, steht oder ganz still liegen bleibt, während man in der Stellung „ruht“. Du erlebst dann, dass dein Zustand sich ändert:

Die Asanas geben eine unmittelbare Erfahrung des Wohlbefindens und auf lange Sicht eine gute Gesundheit, und sie machen den Geist konzentriert. Die Stellungen haben jedoch einen weiteren Zweck: Sie vertiefen deinen Zustand, was eine Voraussetzung ist, um die yogischen Atemübungen (Pranayama) in der richtigen Weise auszuführen, sie wirklich zu verstehen und auf diese Weise Nutzen aus ihnen zu ziehen. Ferner bereiten sie den meditativen Zustand vor und verstärken ihn.