Ich stehe für meine Gesundheit auf dem Kopf

Chris hat in 36 Jahren nicht einen Krankentag gehabt


chris11-headstandFür manche gilt die Devise: Was man nicht im Kopf hat, muss man in den Beinen haben. Aber das gilt nicht für Chris Sylvest aus Hundested. Er ist vermutlich Dänemarks bester 92-jähriger im auf dem Kopf Stehen. Und Chris macht das nicht, um mit seinen gymnastischen Talenten zu prahlen, sondern um sich gesund zu halten!

„Mitten in den 50er Jahren wanderte ich mit meiner Frau und zwei Söhnen nach Amerika aus. Meine reiche Schwester hatte uns Unterkunft und Arbeit in Kalifornien verschafft. Das ging im großen und ganzen recht gut. Aber 1958 wurde ich von irgend etwas in meinem Kopf befallen. Ich weiß immer noch nicht, was es war. Aber das war fürchterlich unbehaglich. Mein Gehirn wurde angegriffen, und es ging mir immer schlechter. Ich war tatsächlich dabei zu sterben. Wir wussten weder ein noch aus. Aber dann geschah das, was ich als ein Wunder bezeichnen würde.

Wir waren 14 Jahre lang in den USA. In dieser Zeit sahen wir weder dänische Zeitungen noch Zeitschriften. Aber mitten in meiner Krankheit 1958 fiel uns eine alte Nummer vom Familienjournal in den Schoß. Ich weiß immer noch nicht, wo die herkam. In dieser Zeitschrift gab es einen Artikel von einem Uhrmacher aus Ålborg, der eine gewaltige Migräne durch täglich 10 Minuten auf dem Kopf Stehen geheilt hatte. Dieses Rezept probierte ich auf der Stelle aus, und eineinhalb Monate später war ich völlig kuriert. Seitdem habe ich jeden Morgen 10 Minuten lang auf dem Kopf gestanden – und ich bin in 36 Jahren nicht einen Tag krank gewesen. Ja Mensch, ist das nicht unglaublich?“

Chris Sylvest gestikuliert mit seinem ganzen, dünnen Körper, während er über seine Gesundung und sein langes, langes Leben erzählt.

Gesund wie ein 25-jähriger

„Für einige Monate danach wurde ich von Kopf bis Fuß von zwei Ärzten untersucht – vollkommen unabhängig voneinander. Und beide gelangten zur selben Schlussfolgerung: ‚Ihr Körper funktioniert vollkommen normal – für einen Mann von 25 Jahren!‘

Mein eigener Arzt drückte es auf folgende Weise aus, nachdem er mich untersucht hatte:

‚Morgen fange ich an, 10 Minuten lang auf dem Kopf zu stehen. Und damit werde ich bis an mein Lebensende weitermachen.‘

Ich weiß nicht, was da genau passiert. Aber es hängt selbstverständlich damit zusammen, dass eine Menge Blut und Sauerstoff zum Gehirn kommen.“

Chris Sylvest blieb für weitere 14 Jahre allein, nachdem seine Frau nach einem langen und erfüllten Leben starb:

„Meine zwei Söhne, die sich beide vor vielen Jahren in den USA niedergelassen hatten, luden mich ein, bei ihnen zu wohnen. So verkaufte ich also unser großes Haus hier in Hundested und reiste „over there”. Aber das war nicht das große Glück. Ich wurde von der Umgebung als ein alter Mann betrachtet. Sie wollten ständig, daß ich mich hinsetzte und mich mit einer Schlummer-decke um die Beine entspannte. Nach 14 Monaten reiste ich also wieder heim nach Hundested. Nur mit zwei Koffern im Gepäck. Alles andere ließ ich bei meinen Söhnen und deren Familien zurück.“

Chris Sylvest wurde im Jahre 1902 auf einem großen Bauernhof bei Frederikssund unter recht dramatischen Umständen geboren.

„Ich sollte wohl nicht hier sein. Meine Magenmündung wollte sich nicht öffnen und der Arzt gab mir acht Tage Überlebenszeit. Aber meine Mutter wollte es anders. Sie flößte mir Buttermilch ein, und da wurde ich gesund. Als Erwachsener verdiente ich mir mein Brot als Kaufmann für Frucht und Gemüse. Ich hatte einen Großhandel, der die erwähnten Waren an Kasernen und Krankenhäuser lieferte. Und davon lebten wir, bis wir 1954 auswanderten.

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Es war offenkundig, dass mein Leben 1958 aufhören sollte. Aber glücklicherweise fiel das Familienjournal in unseren Schoß mit dem Rezept für ein langes und gesundes Leben. Daher, egal, ob es hagelt oder die Sonne scheint, ob es Weihnachten oder Ostern ist, beginne ich den Tag damit, auf dem Kopf zu stehen. Hoffentlich noch für viele Jahre“, erzählt Chris Sylvest aus Hundested.

(Aus Familie Journalen Nr.6 1995.)

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